Vermisstenforum
Registrierung Kalender Mitgliederliste Teammitglieder Suche Häufig gestellte Fragen Zur Startseite


VKSVG

Vermisstenforum » Der 2. Weltkrieg » Erzählungen vom Krieg » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
Letzter Beitrag | Erster ungelesener Beitrag Druckvorschau | An Freund senden | Thema zu Favoriten hinzufügen
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Zum Ende der Seite springen Erzählungen vom Krieg
Autor
Beitrag « Vorheriges Thema | Nächstes Thema »
Imenothep
unregistriert
Erzählungen vom Krieg Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

hallo liebe forumsgemeinde...

ich habe heute schon fast den ganzen tag mich mit dem forum beschäftigt, und bin richtig an den bildschirm gefesselt, wenn ich die vermisstmeldungen gelesen habe...

direkt betrifft es mich zum glück nicht, dass ich einen direkten verwanten von mir durch kriegserlebnisse verloren habe, da ich aus der schweiz (basel) komme..

was mich persönlich wunder nimmt ist, ob ihr "zu hause" offen über den krieg sprechen könnt/konntet, da vermutlich fast jeder in deutschland in irgendeiner form vom krieg betroffen war und jemand von der familie da gefallen ist oder mit glück überlebte...

ich habe paar freunde aus deutschland und nur ganz wenige wissen z.B. von ihrem grossvater...es wurde halt nie mit ihnen darüber gesprochen...es hiess dann einfach immer, dass er im krieg gefallen sei...

natürlich kann ich es absolut nachvollziehen, dass dies traumatisierende erlebnisse waren, die man vielleicht auch gar nicht mehr durch erzählungen nochmals erleben möchte...

wir schweizer waren ja nicht wirklich direkt involviert, allerdings diente mein opa wärend dem krieg im aktivdienst an der grenze und hat mir, als ich noch kind war, immer erzählt, was er da so erlebt hat...

auch dass sich die schweizer soldaten in heuwagen über die grenze "schmuggeln" liessen (natürlich nicht in uniform), damit sie sich mit ihren deutschen freunden wieder mal treffen konnten...
da waren auch erzählungen dabei, die nicht sehr schön waren.

ist es evtl. immer noch ein gefühl der scham, dass man nicht über den krieg spricht?
30.12.2008 16:02
Imkermichel
unregistriert
Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Kollege aus der Schweiz,

ich bin an dieses (und andere) Foren gekommen, weil mich genau dieses Problem auch beschäftigt.
Die beiden Großväter meiner Ehefrau sind in dem unsäglichen Krieg gefallen.
Von einem weiss man wenigstens Sterbedatum und -ort. Der andere Großvater galt als "Vermisst im Osten" und wurde in den 50er Jahren für tot erklärt.
Diese beiden Männer sind in den Köpfen der Hinterbliebenen (meiner Schwiegermutter und meinem Schwiegervater) ein absolutes Tabu.
Ich weiss nicht, weshalb.
Vielleicht, weil man sich als Kind schämte, ohne Vater aufgewachsen zu sein?
Ich weiss es nicht.
Ich wollte für beide Großväter eine Nachsuche in den Militärarchiven anleiern, es wurde mir von den Eltern meiner Frau nicht erlaubt!
"Lass die Toten ruhen"
Das sind die stereotypen Standardantworten. Ich weiss nicht, weshalb.
Aber irgendwann werde ich weitersuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Imkermichel: 02.01.2009 10:04.

02.01.2009 10:03
bega bega ist weiblich
Jungspund


Dabei seit: 03.11.2013
Beiträge: 12
Herkunft: Eltern/Niederschlesi en ich/Allgäu

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

In seinem letzten Lebensjahr habe ich von meinem Schwiegervater endlich erfahren, warum er zeitlebens nichts rotes gegessen hat.
Es könnten Tomaten sein ..........

Er war in Italien in Gefangenschaft ..........

Ob es ein Gelübbde war, weiß ich nicht,
aber er hat nach seinem Heimkommen nie wieder welche zu sich genommen.


Was eigentlich auch eher ein besondere Fügung war.

In seiner Gefangenschaft hat ein amerikanischer Lieut. Colonel USAF per Zufall den Namen und den Wohnort gelesen.

So fand die Familie wieder zusammen.
Er war ein direkter Nachkomme des 1853 nach Amerika ausgewanderten Urahn der bayrischen Herkunftsfamilie.
Wohnhaft noch immer im gleichen Stammhaus.

Ich denke mal, diese Begegnung war nicht von Nachteil und der Auslöser für weitere Kontakte über Generationen.

Auch das sind Kriegserlebnisse, aber solche, über die man schon immer gerne berichtete,
und das mit einer gewissen Ehrfurcht vor der Fügung.

__________________
Nachlass bedeutet Verpflichtung
vergangen heißt nicht vergessen sein.

Danke für alle Lichtblicke
ins Dunkel des Noch-Nicht Wissens
06.11.2013 15:32 bega ist offline E-Mail an bega senden Beiträge von bega suchen Nehmen Sie bega in Ihre Freundesliste auf
Florek Florek ist männlich
Ist neu hier


Dabei seit: 19.08.2014
Beiträge: 4
Herkunft: Vereintes Europa

Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Hallo Imenothep,
Hallo Forenmitglieder,

wahrscheinlich gibt es über diese Kriegserzählungen sehr unterschiedliche Erfahrungen in den verschiedenen Familien. Jeder Mensch ist unterschiedlich und geht daher anders mit Kriegserlebnissen und Traumatas um. So kenne ich Familien in denen die Kriegsgeneration lange über ihre persönlichen Erlebnisse schwieg und wiederum andere in denen das oft, manchmal zu oft, besprochen wurde. Beide Umgangsformen können die Kriegstraumatas bis in die zweite und sogar dritte Generations tragen.

In meiner Familie jedenfalls war das Thema "Zweiter Weltkrieg" eigentlich immer präsent, bis heute. Das mag auch daran gelegen haben, dass meine beiden Großväter in verfeindeten Armeen gekämpft. Der eine in der Wehrmacht und der andere in der polnischen Armee. Auch in der polnischen und der deutsche Familie gab es jeweils ihre andere Kriegserlebnisse und Traumatas hatten. Vermutlich wurde gerade daher dieser Krieg bei uns in der Familie immer thematisiert (aber niemals im Streit, nicht mal kontrovers. Es gab halt immer einen eher polnischen und eher einen deutschen Blickwinkel, aber im Ende ähnelt sich die Traumatas der Menschen).

Mein deutscher Großvater wurde sein ganzes Leben lang immer wieder von Albträumen vom Krieg geplagt und weil er auf Heimaturlaub nur knapp einen Bombenangriff überlebte, feierte er immer zweimal im Jahr Geburtstag. Mein polnischer Großvater wurde wohl über seine Kriegserlebnisse zum Alkoholiker und im beisein seiner Kinder sprach er dann ständig vom Krieg. Die Kinder beider Großeltern litten gleichermaßen darunter und selbst für mich ist dieser Krieg ein Thema das mich auf irgendeine Weise tagtäglich begleitet und beschäftigt.

__________________
Süß und ehrenvoll sei es, für das Vaterland zu sterben.
Das soll doch mal einer aus Erfahrung sagen...
21.08.2014 17:39 Florek ist offline E-Mail an Florek senden Beiträge von Florek suchen Nehmen Sie Florek in Ihre Freundesliste auf
Baumstruktur | Brettstruktur
Gehe zu:
Neues Thema erstellen Antwort erstellen
Vermisstenforum » Der 2. Weltkrieg » Erzählungen vom Krieg

Impressum

Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH

Kirchlicher Suchdienst