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Geschrieben von Johanna am 08.09.2013 um 13:33:

  Feldpostnummern

Von meinem Onkel

Rudolf Habenicht - geb. 26.09.1912

haben wir zuletzt im Februar 1944 eine Nachricht erhalten, unter der

FPN 01779

Lt. Auskunft der Deutschen Dienststelle Berlin ist er als Angehöriger der Einheit Stab Pionierbataillon 267 im Raum Minsk vermißt.

Er war Träger der Erkennungsmarke -34- L.Pi.Kol.267.

Die auf [B]dieser Seite gestartete Suche nach ihm ergab die

FPN 44999.

Sein Schicksal läßt mir einfach keine Ruhe, und vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen. Vielen Dank.



Geschrieben von Peavey am 08.09.2013 um 14:00:

  RE: Feldpostnummern

Zitat:
Original von Johanna

Die auf dieser Seite gestartete Suche nach ihm ergab die

FPN 44999.




Zunächsteinmal, ein freundliches Hallo !

Was Du da schreibst ist ungünstig ausgedrückt. Du meinst bestimmt dass Du Ihn in der Vermisstendatenbank des VKSVG gefunden hast.
Die Nummer 44999 ist in diesem Falle allerdings keine Feldpostnummer sondern lediglich eine Identifikationsnummer in der besagten Datenbank, für Deine Recherche irrelevant.

Die Feldpostnummer vom Stab des PiBtl 267 war im übrigen 04978.

Ich gehe also davon aus, dass seine letzte Nachricht vor der Versetzung zum Stab dieser Pioniereinheit erfolgte.

Beste Grüße
Bernhard



Geschrieben von Peavey am 08.09.2013 um 14:20:

 

Hallo nochmal,

vor seiner Zeit beim Stab war er wohl bei der (leichten) Kolonne dieser Pioniereinheit denn die 01779 war wie folgt belegt:

(Mobilmachung-1.1.1940) Leichte Pionier-Kolonne Pionier-Bataillon 267
(28.4.1940-14.9.1940) Kolonne Pionier-Bataillon 267
(24.3.1944-6.11.1944) 18.9.1944 gestrichen.

Beim DRK Suchdienst wurde er dann aber - sehr wahrscheinlich von seiner Familie - als Angehöriger des Stabes mit der Feldpostnummer 04978 - registriert.

Es scheint als noch eine weitere Nachricht gegeben zu haben, denn in der Vermisstenbildliste ist zudem für letzte Nachricht 6/44 Minsk zu finden.

Anbei Auszug, leider ohne Bild.
Quelle Vermisstenbildliste des DRK, Hauptband FW, Seite 205

Was hast Du bisher unternommen, wo hast Du ausser bei der WAST angefragt, suchst Du in weiteren Foren ?

Mit besten Grüßen
Bernhard



Geschrieben von Johanna am 08.09.2013 um 20:05:

  Fpn 01779/04978

Hallo Bernhard,

vielen Dank für deine Informationen. Die damalige Suchanfrage beim DRK ging von seiner Ehefrau Frieda Habenicht, wohnhaft zur damaligen Zeit in Ummeln b. Bielefeld, aus.

Wahrscheinlich sind die Feldpostbriefe, die mir vorliegen, nicht vollständig. Sie waren gerichtet an meine Mutter, also die Schwester von Rudolf H.

Nachdem ihn seine Ehefrau 1950 für tot erklären ließ, haben meine Großeltern und auch meine Eltern den Kontakt abgebrochen.

Mit meinen Recherchen habe ich erst jetzt in diesem Forum begonnen und aufgrund deines Hinweises parallel noch einmal an das DRK in München eine Anfrage geschickt.

Vielleicht erfahre ich ja, wo er begraben wurde (?).

Leider ist mein Versuch, eine Kopie der Feldpost mit der FPN Nr. 01779 hochzuladen, gescheiter. Diese war auch auf seiner letzten Post aus Februar 1944 vermerkt.

Ich kenne mich mit der Materie nicht besonders aus. Was heißt "Versetzung zum Stab dieser Pioniereinheit"?

Viele Fragen bleiben sicher unbeantwortet - leider.



Geschrieben von Johanna am 08.09.2013 um 20:12:

  Fpn 01779

Hallo Bernhard,

ich versuch's noch einmal:



Geschrieben von Peavey am 09.09.2013 um 18:57:

 

Hallo Johanna !

Das mit der erneuten Anfrage an den DRK Suchdienst war eine gute Idee, denn zum einen ist ja nicht bekannt ob dort überhaupt eine leitfähige ( z.B. Deine ) Anschrift vorliegt und zum anderen haben sich seither die russischen Archive geöffnet und dem DRK liegen ganz andere Informationen als damals vor.

Wonach hast Du gefragt ?

Sinnvoll wäre:

Die Frage nach:
- letzter Einheit
- Kopie des Suchdienstgutachtens
- ob Heimkehrereraussagen vorliegen
- ob die Daten aus den russischen Archiven überprüft wurden
- den Daten der Vermisstenregistrierung - von wem wann registriert, von wann und wo stammt die letzte Nachricht.

Solltest Du nur eine Antwort a´la "....ist hier seit vielen Jahren als Vermisste des zweiten Weltkrieges bekannt ..." oder so ähnlich bekommen, sofort nachfassen und um die gewünschten Informationen bitten.

Richte doch bitte noch eine weitere Anfrage an den Volksbund in Kassel, denn in der dortigen Gräberdatenbank scheint er nicht gelistet zu sein.

Ich persönlich schätze dass er zunächst bei der (leichten) Pionier Kolonne mit der Feldpostnummer 01779 war und später noch beim Stab dieser Pioniereinheit eingesetzt war - eben mit der Feldpostnummer 04978.

Da der Gesuchte in der Vermisstenbildliste unter der 04978 gelistet ist,
scheint seine Ehefrau noch einen weiteren Brief mit eben dieser Feldpostnummer erhalten zu haben.

Der Stab war, ganz vereinfacht ausgedrückt, die Lenkung / Verwaltung des Pi Btl. 267.

Schau mal hier:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Zusatz/Heer/Pionierbataillon.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Pionier_%28Milit%C3%A4r%29

Beste Grüße
Bernhard

P.S. Wenn im Brief keine sachdienlichen Hinweise zu finden sind, musst Du diesen nicht unbedingt einstellen, gerne kann ich das bei Bedarf übernehmen. Dann bitte an mich mailen.



Geschrieben von Johanna am 10.09.2013 um 06:53:

  Fpn 01779/04978

Guten Mogen, Bernhard,

was täte ich nur ohne deine wertvollen Tips...

Inzwischen habe ich auch eine Anfrage an das Gemeindebüro in Ummeln gerichtet, wo seine Frau 1950 wohnhaft war. Vielleicht erfahre ich von da etwas Näheres.

Gestern bin ich auf diese Artikel

http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/berjosowka-ii-wk.html
http://www.nwzonline.de/politik/erster-deutscher-soldatenfriedhof-in-weissrussland_a_6,1,3460858387.html

gestoßen

Deinem Rat folgend, richte iich an den Volksbund ebenfalls eine Anfrage. Meine Suche hat bereits manische Züge angenommen und jede freie Minute bin ich im Netz unterwegs.

Zu Lebzeiten meiner Großeltern bzw. Eltern wurde - wie mir jetzt bewußt wird - nur selten über "Onkel Rudolf" geredet. Vielleicht war der Schmerz zu groß, denn vergessen kann man ja nicht.

Danke Bernhard, daß du dir für mein Anliegen Zeit nimmst.

Einen guten Tag wünscht dir Johanna.



Geschrieben von Peavey am 10.09.2013 um 18:35:

 

Hallo Johanna !

Vielen Dank für die freundlichen Worte.

Ich will Deine Hoffnungen nicht dämpfen aber was da im Sommer 1944 los war, lässt nur wenig auf Schicksalsklärung hoffen.

Dieses Zitat aus dem folgenden Link dürfte Bände sprechen:

"...eine Schlacht von wenigen Tagen und Wochen, die rezeptiv trotz ihres Ausmaßes im Schatten der Niederlage von Stalingrad steht."

Such mal mit "Minsk", wenn Du nicht alles lesen möchstest:

http://www.geschichtsforum.de/f68/der-untergang-der-heeresgruppe-mitte-1944-a-15897/

http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Bagration#R.C3.BCckeroberung_von_Minsk_.28Minsker_Operation.29

Hoffen wir mal, dass die Auskunft v. DRK etwas neues ergibt.

Beste Grüße
Bernhard



Geschrieben von Johanna am 14.09.2013 um 16:15:

  Id 267

Lieber Bernhard,

hab vielen Dank für die Link-Verweise. Ich habe alle Berichte gelesen und noch mehr. Es ist entsetzlich, und ich finde keine Worte für dieses Grauen. Allein das Wort "vernichtet" tut mir körperlich weh.

Trotzdem muß ich meine Suche fortsetzen, auch wenn die Chance, Näheres über den genauen Ort zu erfahren, gering ist. Ich bin es meinem Onkel schuldig und bedaure nur, nicht bereits früher mit meinen Nachforschungen begonnen zu haben.

Sobald ich von den angeschriebenen Ämtern weitere Informationen erhalten habe, melde ich mich.

Danken möchte ich dir auch für den Auszug aus dem DRK-Vermißtenregister, den ich als so selbstverständlich hingenommen habe. Jetzt weiß ich, wieviel Zeit und Mühe es dich gekostet hat.

Eine gute Zeit wünscht dir, lieber Bernhard, Johanna..


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